Die gebürtige St. Lorenzerin Anna Landgraf war von Kindesbeinen an von Musik und Musizierenden umgeben. Kein Wunder, dass die 27-Jährige eine künstlerische Laufbahn eingeschlagen hat: Sie schreibt gerade an ihrer Diplomarbeit im Fach "Masterstudium Gesang", das sie an der Universität Mozarteum Salzburg absolviert - und kann schon auf einige Engagements zurückblicken.
Die ersten Schritte ins Leben einer Opernsängern hat Anna Landgraf bereits gemacht. Im vergangenen Sommer sang sie die Rolle der "Dama" in Giuseppe Verdis "Macbeth". "In einer Kinderoper hab ich einmal das Rumpelstilzchen gesungen", erzählt die Künstlerin lachend. "Das hat mir großen Spaß gemacht, ist man als Sopranistin doch meistens in der Rolle der schmachtenden Geliebten. Als Rumpelstilzchen konnte ich eine ganz andere Seite ausleben und darstellen."
In der Oper zählt Show und Aussehen mehr denn je
Facettenreich und flexibel zu sein gehört zu einem Leben als Opernsängerin dazu. Und viel mehr als zu Zeiten Pavarottis und Montserrat Caballets, spielt das Darumherum heute eine entscheidende Rolle, wenn man in dieser Branche bestehen will. Als Opernsängerin sind es etwa 50 Prozent Gesangstechnik, die den Erfolg ausmachen. "Die andere Hälfte ist ein Mix aus Bühnenausstrahlung, Schauspiel und Können", erklärt Landgraf. "Mit Anna Netrebko hat sich dahingehend vieles geändert, die Oper ist viel mehr zur Show, zum Event geworden - und Aussehen ist so wichtig wie nie zuvor. Wie in jeder anderen Branche gibt es auch in meiner gewisse, eben diese, Spielregeln. Entweder man hält sich daran, oder man hat kaum Chancen", sagt Landgraf.
"Selbstmanagement muss sein"
Fixe Engagements haben Sänger heutzutage nur noch selten. "Die meisten versichern sich selbst und sind sehr viel auf Reisen, um die verschiedensten Engagements wahrzunehmen. Selbstmanagement ist auch in dieser Branche wesentlich geworden."
Sie weiß, was sie will
Anna, die aktuell in Salzburg wohnt, studiert das Fach "Masterstudium Gesang" mit Schwerpunkt auf "Lied und Oratorium". "Diese Ausbildung ist sehr wichtig für meine stimmliche Vielfalt, denn beim Liedgesang geht es mehr um Textierung, um Ornamente, ums exakte Singen, als das bei der Oper der Fall ist - denn diese ist wesentlich 'gröber'‘",erklärt sie. "Dieses kultivierte Singen ist wichtig für jeden Sänger."
"Vom BWL-Studium ins Mozarteum"
Dass Anna Landgraf einen künstlerischen Weg einschlägt, war nach der Matura alles andere als klar. Denn ursprünglich wollte sie in der Wirtschaft Fuß fassen, hat BWL studiert und schon bald erkannt, "dass es das nicht ist". So wagte sie doch noch den Schritt in die - wie sie sagt - richtige Richtung. "Am Mozarteum zu studieren war die richtige und auch wichtigste Entscheidung in meinem Leben - ich fühle mich wie ein Fisch im Wasser. Singen macht einfach glücklich."
Studienabschluss im Jänner 2011
Im Jänner sollte die Magister-Arbeit fertig sein. Und dann bricht für die Sängerin eine neue Zeit an: "Ich hoffe, so schnell wie möglich Fuß fassen zu können."
Bis dahin singt sie im August die Erste Dame in Mozarts Zauberflöte in der Oper am Berg in Salzburg. Und ein Vorsingen bei den Bregenzer Festspielen steht ebenso ins Haus.
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