Während die junge Generation den ursprünglichen Dialekt des Mondseelandes kaum noch spricht, gibt es dennoch Menschen, die sich darum besonders annehmen: Sepp Leitner vulgo Heslbauer Sepp ist einer von ihnen. Und um auch der Nachwelt die Möglichkeit zu geben, den alten Dialekt nicht völlig zu vergessen oder sogar wieder zu erlernen, hat er kürzlich ein Wörterbuch "Manseerisch-Deutsch" verfasst und heraus gegeben. In der Oedmühle hat er kürzlich daraus gelesen. Musikalisch umrahmt wurde der gelungene Abend von HerbertDraschwandtner auf der Harmonika.
Die Grenzen der Sprache und vor allem die des Dialektes verschwinden immer mehr. Neue Wörter enstehen, Ausdrücke kommen hinzu oder fallen weg - und so entwickelt sich Sprache im Laufe der Zeit. Dass dadurch der ursprüngliche Dialekt immer mehr verloren geht, liegt auf der Hand - und ist schade. Denn der Dialekt ist das Markenzeichen einer Region und vor allem der Menschen, die darin leben. Und ihn zu pflegen und anzuwenden, ist nichts, wofür man sich schämen sollte ... Ganz im Gegenteil: Man kann sehr stolz darauf sein.
Sepp Leitner vulgo Heslbauern Sepp hat in seinem selbst verfassten Wörterbuch cirka 700 mondseerische Dialektwörter gesammelt und dieses Werk im Eigenverlag heraus gegeben. Und auch in der Sammlung "Erinnerungen aus Kinder- und Jugendtagen, erlebt im Mondseeland" würzt er das ohnehin oft Amüsante mit entsprechenden, alten Dialektwörtern, die den Geschichten ihren eigentlichen Charme geben. So erzählt Leitner zum Beispiel davon, welche verschiedenen Bedeutungen das Wort "zwei" haben kann. "Zwe" sind zwei Männer, "zwo" sind zwei Frauen und mit "zwoa" meint man ein Paar. Diese und viele andere Begriffserklärungen finden sich im Werk des ehemaligen Eisenbahners, der seit einigen Jahren in Kohlgrube bei Wolfsegg lebt.
In den folgenden Ausgaben wird uns Sepp Leitner vereinzelt Erzählungen aus seinen Werken zur Verfügung stellen. Die vollständigen Werke kann man auch direkt bei ihm beziehen:
Kohlgrube 4, 4902 Wolfsegg, Telefon 0664 / 2128563.