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Michaela Moisl-Taurer: "Kunst muss berühren"

"Nur ein Bild, das emotional berührt, ist wirklich Kunst". Michaela Moisl-Taurer weiß wovon sie spricht. Schon beim Betreten ihres Ateliers am Gaisberg ist klar, dass die Werke der gebürtigen Salzburgerin nicht nur von Farbintensität, sondern vor allem von Emotionen leben und daraus entstanden sind.

Die freischaffende Malerin wurde 1961 in Abtenau geboren. Ihre Wurzeln - Moisl-Taurers Mutter stammt aus Mondsee - haben sie niemals los gelassen. Und so kam es, dass die Mutter einer Tochter vor 15 Jahren nach Mondsee gezogen ist und seither hier lebt und arbeitet. Die Villa ihrer Großmutter auf dem Gaisberg, die einen wunderschönen Blick auf den Mondsee sowie auf Schafberg, Drachenwand und Schober frei gibt, sieht die Malerin als Inspiration für ihre Arbeit, denn die Natur ist ein wesentliches Thema in ihren Werken. "Ich bin ein sehr geerdeter Mensch und ich bin gerne auf diesem Platz, meinem Kraftplatz." Kein Wunder also, dass einer der Schwerpunkte ihrer Arbeit in Pflanzlichem, dem Garten und den Blumen, sowie der Landschaft (Mondsee, Toskana etc.) liegt. Auch der Mensch in Form von Akt, Porträt oder Figürlichem kommt immer wieder vor.
In Zusammenarbeit mit der Pfarre Mondsee waren in der jüngsten Vergangenheit auch sakrale Elemente wie Marienbilder und Kreuze in ihren Werken zu finden. Und seit ein paar Jahren zieren die Kirchen des Mondseelandes die Glühweinhäferl des Mondseer Advents - gezeichnet von Michaela Moisl-Taurer. Als Künstlernamen führt Sie "Michaela Moisl Mondsee" - ihren Mädchennamen "sowie eine Referenz an meinen Kraftort - Mondsee".

Die richtigen Lehrer zur richtigen Zeit
Seit 24 Jahren ist Moisl-Taurer als Malerin aktiv. "Ich hatte das Glück, von Anfang an gute und kompetente Lehrer kennengelernt zu haben", sagt sie. Die erste Stufe in ihrer Ausbildung war eine akademische Ausbildung bei Prof. Klaus Pack der Wiener Kunstakademie. Er lehrte streng und war auf eine profunde, akademische Ausbildung erpicht. Nach etwa zehn Jahren spürte die Mondseerin, dass es Zeit war für etwas Neues. Genau zu diesem Zeitpunkt lernte sie die deutsche Malerin Erika Stumpf kennen. "Sie war das diametrale Gegenteil zu dem, was ich vorher kannte", sagt Moisl-Taurer. Stumpf mischte Techniken miteinander, probierte immer wieder Neues aus, war völlig offen in ihren Techniken - und genau darin erkannte auch Moisl-Taurer ihre Art und Weise, künstlerisch tätig zu sein. "Heute bin ich der Meinung: Was zählt, ist das Werk, das am Ende heraus kommt, das ist wichtiger als die genaue Technik." Dennoch legt die Malerin Wert auf eine gute und fundierte Ausbildung, die sie in den vergangenen Jahren mit der Leonardo Kunstuniversität intensiviert hat.

Das Malen hat seinen zeitlichen Rahmen
"Malen ist nicht zu jeder Tages- oder Nachtzeit möglich", sagt Moisl-Taurer. Vor allem Auftragswerke seien nicht von heute auf morgen machbar, weil sie "inhaltlich hinein passen müssen. Es ist schwierig, im Winter Bilder mit Blumen und frischem Grün zu malen, oder umgekehrt. Denn gerade als Künstler nimmt man sehr viel um sich herum auf - wir Künstler sind wie Filter - und dazu gehört auch das Werden und Vergehen der Natur." Auch was die Techniken angeht, habe man etwa im Sommer mehr Möglichkeiten als in der kalten Jahreszeit, weil man auch draußen arbeiten kann.

"Ich brauche zum Malen das Tageslicht"
Die Malerin ist das perfekte Beispiel dafür, dass sich der Alltag einer Künstlerin nicht wesentlich von dem anderer Berufsgruppen unterscheiden muss. "Ich versuche so bald wie möglich am Morgen mit dem Malen zu beginnen. Zu dieser Zeit bin ich am aktivsten, der Geist ist noch frei und frisch, unbelastet. Außerdem kann ich nicht ohne Tageslicht, und daher auch nicht in der Nacht arbeiten. Was zum Teil schade ist, denn die Nacht hat ein gewisse Unendlichkeit."
Während viele Menschen das Malen als optimalen Ausgleich zum Alltagsstress entdeckt haben, sucht Moisl-Taurer ihre Balance woanders: Sie geht in die Natur. "Ich versuche somit, die Malerei rein zu halten - weil diese ja Freude für mich bedeutet. Wenn ich Sorgen habe oder Negatives oder Stress verarbeiten will, gehe ich daher gerne in die Natur, auf einen Berg, zum See oder Langlaufen im Winter.

Kurse in der Kunstvilla
Seit etwa 17 Jahren lehrt die Künstlerin die Malerei. Im Herbst findet beispielsweise wieder ein dreitägiger Acrylmalkurs statt. "Bei meinen Kursen hole ich die Menschen dort ab, wo sie gerade in ihrer eigenen Entwicklung sind. Gemeinsam gehen wir dann eine Stufe weiter. Nicht jeder will die Technik bis ins kleinste Detail lernen - viele wollen einfach nur aus Freude malen. Und das unterstütze ich dann auch, denn das ist meiner Meinung nach das Wichtigste. Für mich hat Malerei mit (Lebens)Freude sowie Freude an Farben und Schönheit zu tun, und das Geschenk dieser Freude möchte ich gerne weitergeben."

Hier finden Sie die Kursinfos auf einen Blick
Weitere Infos zur Malerin: www.kunstvilla.at

 

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